Muskauer Steinzeug vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart

17.08.201931.10.2019 | täglich 10–18 Uhr November/Dezember 2019 – zu Sonderöffnungszeiten

Die Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“ widmet ihre neue Sonderausstellung einem Gegenstand, der den international herausragenden kunsthistorischen Ruf Muskaus lange vor Pückler und dessen Parkschöpfung begründete, dem Muskauer Steinzeug. Als Kuratoren konnte sie Helga Heinze aus Krauschwitz und Holger Klein aus Bad Muskau gewinnen, die sich seit vielen Jahren mit seiner Erforschung beschäftigen.

Der Terminus Muskauer Steinzeug fasst sowohl Keramikerzeugnisse der Stadt Muskau als auch der heute zu Polen gehörenden Orte Triebel (Trzebiel), Teuplitz (Tuplice), Jocksdorf (Jagłowice) und Zibelle (Niwica) zusammen. Beginnend mit der Innungsgründung zum Ende des 16. Jahrhunderts erstreckt sich der zeitliche Rahmen bis zur Gegenwart und beleuchtet dabei den Übergang vom Handwerk zur industriellen Produktion von technischem Steinzeug.

560 Leihgaben aus 16 deutschen, tschechischen und polnischen Museen und Institutionen, von 15 privaten Sammlern sowie aus dem Bestand des einstigen Museums der Stadt Bad Muskau und des Freundeskreises Historica Bad Muskau e. V. zeigen nicht nur die Vielfalt an Form und Dekor, sondern auch die Handelswege und somit die Verbreitung der Muskauer Töpferwaren auf. Sie geben zudem einen Einblick in die Produktionspalette des technischen Steinzeugs, die innerhalb von 150 Jahren etwa 100.000 verschiedene Artikel umfasste.

Aus mehreren Tausend Keramikfragmenten des 17. Jahrhunderts, die auf einem Töpfereigrundstück in Bad Muskau geborgen wurden, gelang es rund 200 Gefäße zusammenzusetzen, wovon 70 als Leihgaben des Landesamtes für Archäologie Sachsen präsentiert werden können.

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine ca. 500 Seiten umfassende Publikation mit dem Titel „Muskauer Steinzeug. Handwerk und Industrie“, erarbeitet von Helga Heinze, Holger Klein und Dr. Stefan Krabath, herausgegeben vom Freundeskreis Historica Bad Muskau e. V. Dieses Werk richtet sich sowohl an Wissenschaftler, als auch an Heimatforscher und Sammler. Es beschreibt die einst bedeutende über 400-jährige Tradition der hiesigen Keramikherstellung. Im Fokus stehen nicht nur die Erzeugnisse, sondern auch die Töpfer in ihrem Arbeits- und Lebensumfeld.
Das Buch erscheint im Verlag Gunter Oettel, Görlitz (ISBN: 978-3-944560-58-8) und ist im Buchhandel, beim Freundeskreis Historica Bad Muskau e. V., aber auch im Tourismuszentrum im Neuen Schloss, bei der Bad Muskau Touristik GmbH, bei Schreibwaren Bänder und in der Galerie Unikat zum Preis von 55 Euro erhältlich.

Ausstellungsführungen:
29. September 2019 und 27. Oktober 2019, jeweils 16 Uhr
(Eintritt 4,00 €/ermäßigt 2,00 € zzgl. Führungsgebühr  3,00 €/ermäßigt 1,50 €)