Ersatzpflanzungen in historischen Gärten – VERSCHOBEN AUF 2021

04.11.202106.11.2021

Neubepflanzung der Schlossrampe vor dem Neuen Schloss

Festsaal, Neues Schloss

„Wo die ewig wechselnde Natur selbst den Stoff liefert, (…) da wechseln stets die Formen und mit ihnen der Ausdruck und Charakter. Wenn dies im Allgemeinen eine Unvollkommenheit ist, so haben diese wechselnden Bilder jedoch auch ihre anziehende Seite, indem sie dem Besitzer und Gärtner Gelegenheit geben, Neues zu schaffen, zu verändern“, schieb Hermann Jäger 1857.

Die Verwendung von Pflanzen als lebendes Hauptmaterial des Gartens bringt mit sich, dass sie früher oder später ersetzt werden müssen. Außer der Kurzlebigkeit vieler Pflanzenarten kann der Ersatz durch junge Exemplare der gleichen Art aus gestalterischen Gründen erwünscht gewesen sein. In der Geschichte der Gartenkunst gibt es aber auch Beispiele für Ersatzpflanzungen, bei denen man vom ursprünglichen Artenspektrum abwich. Insbesondere die Begeisterung für neu eingeführte Pflanzenarten und Sorten führte zum Austausch. Außerdem spielten ästhetische Beweggründe eine Rolle, etwa bei der Anpassung einer Anlage an neue gestalterische Ideale.

Auch in der Gartendenkmalpflege wird gelegentlich mit gutem Grund von dem Grundsatz abgewichen, dass an Fehlstellen die gleiche Art nachzupflanzen ist – beispielsweise weil historische Sorten nicht mehr verfügbar sind. Heute gewinnt die Verwendung abweichender Arten und Sorten im Hinblick auf veränderte Standortbedingungen, Krankheiten und Schädlingsbefall als Folge des Klimawandels zunehmend an Bedeutung. Ein Sonderfall von gartendenkmalpflegerisch motivierter Ersatzpflanzung ist der Versuch, das erwartete Absterben eines Baumbestandes vorbeugend durch eine Pflanzung in räumlicher Nähe auszugleichen.

Im Rahmen der Tagung werden neben historischen Beispielen für Ersatzpflanzungen insbesondere aktuelle Projekte und Erfahrungen aus der praktischen Gartendenkmalpflege vorgestellt.

 

Programm und Anmeldeformular folgen in Kürze.

Foto rechts: Neubepflanzung der Schlossrampe vor dem Neuen Schloss