„Wegen des Bades laß den Muth nicht sinken, es wird gewiß allerliebst […]. Lege nur alles nach Deinem Sinne an, es wird mir gewiß gefallen.“

Mit diesen Worten motivierte Fürst Pückler am 18. April 1824 seine Gattin Lucie, die (nicht nur) im 1823 eröffneten und stetig weiterentwickelten Hermanns-Bad das finanzielle und gestalterische Zepter schwang. Fast 200 Jahre später schreitet die Wiederbelebung dieses lange Zeit vernachlässigten Parkteils trotz der aktuell schwierigen Gesamtsituation dynamisch voran. So konnte nach mehrfachen Verzögerungen schlussendlich am 17. September 2022 der neue Musikpavillon unter Mitwirkung des sächsischen Ministerpräsidenten feierlich eingeweiht werden. Unmittelbar nebenan ertönen rund um das Moorbadehaus bislang noch die „Klänge“ der Bauarbeiten, um nach jahrzehntelangem Leerstand im kommenden Jahr ein weiteres historisches Gebäude restauriert und teilweise rekonstruiert wieder in Nutzung nehmen zu können. Und auch in der Villa Pückler kündet die „Serenade“ der Bautätigkeiten eine weitere Eröffnung an: Ab 2024 dürfen sich die Gäste auf das Nacherleben der Orientreise des Fürsten Pückler-Muskau freuen. Die orchestrierten Bauprojekte einmal außer Acht gelassen, wird es ein im Sinne des Wortes echtes Konzert spätestens wieder zum 200-jährigen Jubiläum des Hermanns-Bades und zur Eröffnung des Moorbadehauses am 24. Juni 2023 geben. Das Konzert ist versprochen – auf flankierende Überraschungen hoffen wir.

Neben dem Badepark standen in diesem Jahr die Bauprojekte Brauerei und Kavalierhaus im Mittelpunkt. Während das Brauhaus das Baugerüst bereits abstreifen konnte und in leuchtendem Terrakotta-Farbton strahlt, wartet nun der benachbarte „Niederländische Hof“ auf seine aufwändige Restaurierung und Teilrekonstruktion. Auch die Planungen für die Wiederbelebung des Kavalierhauses samt angegliedertem Hofbereich schreiten stetig voran – die Siegerentwürfe des Architekturwettbewerbs wurden am 2. Februar präsentiert und werden nun fortlaufend ausdifferenziert. Parallel dazu verdichtet sich die konzeptionelle inhaltliche Ausgestaltung, die sich künftig der Region des deutsch-polnischen UNESCO-Geoparks Muskauer Faltenbogen und ihrer Industrialisierung auf der Grundlage der erdgeschichtlich entstandenen bzw. nutzbar gemachten Rohstoffe widmen soll.

Zu den Veranstaltungshöhepunkten zählten in diesem Jahr die feierliche Präsentation der neu erworbenen Aquarelle Carl Graebs am 30. März, die „FrühlingsBühne“ mit der Serkowitzer Volksoper, die deutsch-französische Fachtagung „Gärten und Politik / Jardins et politique(s)“, das „Lausitz Festival“, das beliebte Straßentheater „ViaThea“ und schließlich die internationale Fachtagung „Birilele & Pückler – Der Mythos von Machbuba“. Mehrere Sonderausstellungen belebten das Kavalierhaus und die Schlossräume, wo noch bis zum 16. Juni 2023 anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Wiederaufbaus des Neuen Schlosses die beeindruckende Fotoschau „Auferstanden aus Ruinen“ die jüngste Vergangenheit ins Gedächtnis ruft.

Daneben gab es durch das Jahr hindurch wieder spannende Führungen, Vorträge, Schlossgespräche, Konzerte und die traditionellen Apfel- und Genusstage, die alle ganz wesentlich das Parkerlebnis im Jahr 2022 mit prägten. Zwei neue Publikationen markieren die Bandbreite der Stiftungsaktivitäten: „Keramik im häuslichen und repräsentativen Gebrauch“ (Tagungsband zum 52. Internationalen Keramiksymposium in Bad Muskau 2019) und „Unterwegs im gelobten Land – Hermann Fürst von Pückler-Muskaus Spurensuche biblischer Geschichte im Jahr 1838 in Palästina“.

Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit, die auch bei zartem Lichterglanz viel Wärme in Herzen und Häuser bringen möge, und für das neue Jahr vor allem Gesundheit und Optimismus. Bleiben Sie uns alle gewogen!

Ihre Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“