Polnisches Tanztheater performt TA MARA im Muskauer Park

TA MARA (ein Wortspiel: wenn wir es als ein Wort lesen, ergibt es den Vornamen der Künstlerin, getrennt bedeutet es: diese Mähr – hier eher als Traumbild zu verstehen, Anm. des Übersetzers) – der neuste Film des Polnischen Tanztheaters, der in einer Coproduktion mit dem Adam-Mickiewicz-Institut und dem Polnischen Institut Düsseldorf realisiert und durch das Schaffen der Malerin Tamara Łempicka inspiriert wurde. TA MARA ist bereits der vierte choreografische Film des Polnischen Tanztheaters in Regie von Iwona Pasińskia.

Durch den Film ziehen sich zwei Pole, zwei verschiedene Gesichter, die das nicht sichtbare Bild einer Frau thematisieren. Es gibt die eine TA MARA, die vom künstlerischen Wahnsinn beherrscht ist, der einen inneren Dämon in ihr weckt, und es gibt die andere, eine, die gelassen ist, in wartender Pose erstarrt, die beruhigt. Diese Extreme bilden, ähnlich wie die beiden Seiten des Muskauer Parks, eine Einheit. Die Körperexpression der Projektteilnehmerinnen widerspiegelt die Eleganz, Präzision und Figuralität, die in den Gemälden Łempickas zu sehen sind.

Tamara Łempicka war eine außerordentliche Künstlerin, die moderne Bilder in intensiven Farben schuf. In ihnen sichtbar ist die Inspiration durch den Kubismus, die neoklassizistischen Bilder Botticellis und durch den Film, der in den 1920er und 1930 Jahren immer populärer wurde. Ihr Lebensstil weckte Emotionen und wurde oft mit Sittenskandalen in Verbindung gebracht. Über das stürmische Leben von Tamara de Lempickiej entstanden sehr populäre Theaterstücke. Tamara Łempicka wurde zur Ikone, ihre Werke erlangten den Status der zeitlosen Kunst. Nur zwei ihrer Gemälde sind in öffentlichen Sammlungen in Polen zu sehen, „Martwa natura” („Stilles Leben“) im Masowien-Museum in Płock, und „Lassitude” im Nationalmuseum in Warschau. Łempicka starb 1980, ihre Asche wurde gemäß dem Willen der Künstlerin über dem Vulkan El Popo in Mexico ausgestreut.

Die Performance fand im Juli 2020 im Muskauer Park statt.