Neue Brücken für den Fürst-Pückler-Park

Jacob Heinrich Rehder (1790–1852), der erste von vielen an der Erschaffung des Muskauer Parks wirkenden Gärtner ist Namensgeber für eine kleine Brücke über die Hermannsneiße, die den Herrengarten mit dem Pleasureground verbindet. Diese Brücke wird nun saniert und erhält ihr originales Aussehen zurück. Zunächst bedeutet das den Abriss eines im Jahr 1969 errichteten Nachfolgebaus. Fotographische Überlieferungen aus der Vorkriegszeit sind Grundlage für die Wiedererrichtung der Brücke, die dann erneut Pückler´schem Duktus folgen wird. Ähnlich der Balustrade an der Karpfenbrücke, entsteht hier ein Geländer mit schmalen runden, nach oben hin breiter werdenden Streben aus Eichenholz. Postamente aus Naturstein am Brückenkopf betonen das Bauwerk.

In Pücklers Plänen ist der Steg über den künstlich angelegten Wasserlauf bereits vorhanden, jedoch nicht näher bezeichnet. Die Namensgebung erfolgte erst mit dem Wiederaufbau Ende der 1960er Jahre und erinnert an den verdienstvollen „Obergärtner“ Rehder, den Pückler von Beginn an mit der Leitung bei der Umsetzung seiner „Lieblingsneigung“, der Anlage des Parks betraute.

Parallel dazu entsteht auch im Bergpark eine kleine, von allen anderen Brücken des Parks sehr verschiedene Brücke neu. Die Rote Brücke, unweit der Kirchruine, ist aus roten Klinkersteinen gefertigt und überspannt eine kleine Schlucht am Oberweg, die heutige Berg´sche Kirchgasse.

Auch bei dieser Rekonstruktion spielt die Wiederherstellung gestalterischer Details eine tragende Rolle. Nach Kriegsende im „Lochmuster“-Stil aufgebaut, wird die Balustrade jetzt mit palmettenartigen Formsteinen, wiederum nach historischem Vorbild wiederhergestellt. Die Abdeckung der Balustrade wird aus Sandstein gefertigt. Außerdem erhält das Brückengewölbe eine neue Dichtung. Zur Baumaßnahme gehört auch die Erneuerung und Erweiterung der Stützmauer am Hang. Im August sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.