9. April 2020

Recherchen zur Muskauer Parkbrauerei und zum Niederländischen Hof

Lithographie nach Gustav Täubert um 1850 (Eigentum der Stadt Bad Muskau)

Für die Sanierung der Bad Muskauer Parkbrauerei sowie des benachbarten ehemaligen Gasthauses „Niederländischer Hof“ sucht die Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“ historische Abbildungen aus der Zeit vor 1945. Von besonderem Interesse sind dabei Fassadenansichten beider Bauwerke, Ansichten vom Dach des Niederländischen Hofes sowie von dessen Innenräumen.

Trotz umfangreicher Quellenforschung gibt es zu verschiedenen Gestaltungsdetails teilweise nur unvollständige Informationen. So hoffen die Restauratoren auf noch unentdecktes Bildmaterial beispielsweise zur historischen Dach- und Fassadengestaltung des Niederländischen Hofes. Der Gebäuderiegel im historisierenden „normannischen Stil“ war in zwei Teile gegliedert: einen unmittelbar an das Brauhaus anschließenden, der oben mit einem Flachdach und zinnenartiger Balustrade endete, und dem wesentlich höheren Teil mit imposantem Zeltdach, das ein auffälliges Muster aus farbigen Ziegeln aufwies und dessen Ecken mit Türmchen geschmückt waren. Ein Gang im Erdgeschoss verband die zwei Bauteile.

Gänzlich ungewiss sind die Raumanordnung und Geschoss-Struktur. Schriftliche Quellen erwähnen ein Restaurant und eine Pächterwohnung im Erdgeschoss sowie einen großen Saal im Obergeschoss. Auch ein Billardzimmer sowie Schlafräume für Gäste soll es gegeben haben. Beim höheren Bauteil lassen Darstellungen aus dem 19. Jahrhundert einen zweigeschossigen Aufbau mit darüberliegendem Mezzaningeschoss (niedriges Zwischengeschoss) und anschließendem doppelten Dachgeschoss vermuten, beim niedrigen Bauteil ein Doppelgeschoss mit Mezzanin. Historische Baupläne indes sind nicht überliefert. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurden danach nur die Erd- und Obergeschosse instandgesetzt. Auf neuen Grundrissen entstanden Wohnungen, denen die Fassade angepasst wurde. Heute erscheint der Niederländische Hof als einheitlicher Querriegel zur Brauerei, dessen einstige Gliederung kaum ablesbar ist.

Vom Brauereigebäude werden Ansichten beider Querfassaden gesucht, der zur Stadt ausgerichteten Querfassade an der Mühlgasse sowie der zum Innenhof ausgerichteten.

Auskunft können verschiedene Bild- und Textquellen geben: Fotos, Dias, Postkarten, Gemälde, Reisebeschreibungen, Aufzeichnungen alltäglicher Beobachtungen, Rechnungen über erfolgte Arbeiten in den Gebäuden und vieles andere.

Wer über aufschlussreiches Bild- und/oder Textmaterial aus der Zeit vor 1945 verfügt und sie der Stiftung als Informationsquelle für Restaurationsarbeiten zur Verfügung stellen möchte, meldet sich bitte bei Sophie Geisler, Pressesprecherin, unter 035771 – 63211 oder unter presse@muskauer-park.de.