Wer den Muskauer Park besucht, betritt ein Kunstwerk. Sein Schöpfer, Hermann von Pückler-Muskau, beschreibt seine Arbeit als „Natur-Malerei“. Dafür benötigt er statt Farben eher Wälder, Berge, Wiesen und Flüsse. Wege und Pfade führen den Besucher zu den schönsten Bildern, die allesamt Geschichten erzählen.
Mehr als 830 Hektar umfasst der Muskauer Park. Auf rund 50 Kilometern spinnen sich die Wege hindurch. Wer will das alles laufen? Fürst Pückler schlug deshalb Spazierfahrten per Kutschwagen vor, die wichtige Sehenswürdigkeiten und faszinierende Parksichten einschließen.
Die Wege auf den umliegenden Hängen ermöglichen herausragende Panoramablicke in das Tal. Die Routen im östlichen Parkteil führen zu wild anmutenden Parkszenerien. Die Pfade im Berg- und Badepark lassen vergangene Zeiten wiederaufleben. Die Wege sind bereitet – ideal für Radwanderungen!
Der Landschaftsgärtner Pückler scheute keine Kosten und Mühen, um seine Ideen zu verwirklichen. Selbst scheinbar Unmögliches schreckte ihn nicht. Flüsse umleiten, Kanäle anlegen, Seen erschaffen? – Für Pückler ein Klacks! Vom Wasser aus lässt sich das Werk des Gartenkünstlers mit anderen Augen sehen.
Frühmorgens, wenn Dunst aufsteigt und sich in den Sträuchern fängt oder abends, wenn die letzte Sonne Wiesen, Baumkronen und Sträucher streift – dann entfaltet der Park einen besonderen Zauber. Wohl dem, der sich Zeit lässt, Muskauer Magie zu spüren.
„O Gott! Wie Deine Küsse noch auf meinen Lippen brennen ... Du mußt mich lieben oder die Erde soll mich verschlingen", versicherte Fürst Pückler einer von ihm verehrten Dame im Liebesbrief. Große Gefühle finden noch heute einen würdigen Rahmen im Muskauer Park – in der Orangerie darf standesamtlich geheiratet werden.
Der Muskauer Park und seine Bauten zeugen von erlesenem Geschmack. Selbst einstige Zweckbauten wie die Orangerie sind heute zu Prachtstücken ausgebaut. Die ganze Anlage zielt darauf ab, Souveränität und Kunstsinn zu demonstrieren. Ein Gefühl, das sich jedem Gast unbewusst mitteilt.